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21. Rondje Ameland

10. Juni 2017

Am Samstag, den 10. Juni fuhren wir gegen 8:30 Uhr zum Einschreibepunkt in Hollum.
Als wir ankamen, war der Parkplatz am Jan-Jacobsweg noch leer, schnell füllte er sich aber mit hunderten Teilnehmern.

Einer der Organisatoren leitete den Countdown zum Start ein, Punkt 10 Uhr fiel das Band und die Gruppe machte sich gut gelaunt und voller Tatendrang auf den Weg.

Als erstes ging es über den Bosweg bis zum Wald und von dort am Leuchtturm vorbei zum Hollumer Strand. Wir folgten dem Strand in Richtung Ballumer Bocht für ca. 3km, dann führte uns die Route auf den Deich und am Wattenmeer entlang weiter in Richtung Ballum und Nes.

Nach fast 10km erreichten wir gegen 12 Uhr den ersten Pausenpunkt auf Höhe Skuteweg.
Wir machten eine kurze Rast und dann ging es auch schon weiter nach Nes.

Je länger wir unterwegs waren, desto mehr merkten wir alle, wie wahnsinnig schlecht wir darauf vorbereitet waren. Besonders Laura stand mehrmals kurz davor hinzuschmeißen. Immer wieder konnten wir sie aber motivierten, wenigstens bis zum ersten Stempelpunkt am Steiger in Nes durchzuhalten.

Der Weg über den Deich zog sich wie Kaugummi und wir verloren sämtliches Zeitgefühl.
Am selben Tag war auf Ameland eine Oldtimer Ralley und so kam es, dass in regelmäßigen Abständen rund 50 Autos von Bj.  1900 bis Bj. 1970 an und vorbei fuhren und uns in ihren Abgasen weiter wandern ließen.
Gefühlt waren wir bereits wieder Stunden unterwegs, als wir endlich die Ballumer Bocht erreichten. In Wahrheit waren wir bis dahin gerade einmal 20 Minuten seit unserer Pause gelaufen.

Von der Ballumer Bocht konnte man den Fähranleger in Nes bereits gut sehen und so wurde es mit jedem Schritt wieder ein wenig einfacher durchzuziehen.
Die große Gruppe vom Anfang hatte sich längst in viele kleine gesplittet. Als wir noch auf dem Smitteweg auf dem Weg nach Nes waren, sahen wir bereits die ersten Wanderer auf dem Achterdijken. Den Stempelpunkt hatten die also schon längst hinter sich gelassen.
Gegen 13:25 Uhr stiegen wir die letzte Anhöhe hinauf und wurden zum Steiger gewunken, wo wir endlich unseren ersten Stempel abholen durften – 15,8km lagen hinter uns.

Nach rund 20 Minuten Pause rafften wir uns auf und machten uns weiter auf den Weg zum Strand, wo der zweite Stempelpunkt zu finden war.
Auch Laura zog nochmal an und wir wanderten alleine durch den Wald westlich von Nes. Weder vor noch hinter uns war irgendein weiterer Teilnehmer zu sehen. Die Gruppe hatte sich endgültig aufgedröselt.
Nach ca. einer halben Stunde erreichten wir den Stempelpunkt am Strand, wo wir auch auf die Teilnehmer der 50km Runde trafen.

Das Schild mit „noch 10km bis zum Ziel“ ließ uns in ein kleines Loch fallen.
Rund 20km lagen bereits hinter uns… mit den 25km hatten die Veranstalter also ein wenig gemogelt. Normalerweise kein Problem, wenn man aber vor Wackelpuddingbeinen und schmerzenden Füßen mehr kriecht als geht sind 5km mehr schon ziemlich fies.
Hätten wir allerdings logisch nachgedacht, hätte und klar sein müssen, das es von Nes nach Hollum in etwa so weit sein müsste, wie von Hollum nach Nes. Denken war an diesem Samstag definitiv nicht unsere Stärke.

Etliche Teilnehmer ließen sich von den Sanitätern Blasen an den Füßen und Krämpfe in den Beinen behandeln.
Für uns ging es weiter nach Ballum. Sowohl vor als auch hinter uns waren wieder viele Teilnehmer zu sehen und wir wanderten gemächlich durch den Sand…

Nördlich von Ballum gibt es keinen Sandstrand sondern große Priele und ein riesiges Vogelschutz- und Brutgebiet. Genießen konnten wir diese Aussicht nicht wirklich. Laura kämpfte mehr und mehr gegen Gummibeine, brennende Füße und beginnende Migräne, hielt aber tapfer durch.

Gegen 16 Uhr kamen wir endlich am Stempelpunkt in Ballum an.
Mehrmals wurden wir gefragt, ob wir noch weiter gehen wollen, denn wir hatten für die letzten 5km nur noch eine Stunde Zeit.
Bis auf zwei Teilnehmer der 50km Runde brachen hinter uns alle anderen Teilnehmer ab.
Wir bissen die Zähne zusammen. Wir sind so weit gelaufen, die letzten 5km schaffen wir sicher auch noch.

Die Helfer in Ballum sagten uns, das noch einmal 2km Strand, 1km Dünen und 2km Straße vor uns lagen.
Darüber wollte ich gar nicht nachdenken. Erstmal wollte ich den Strand, das Meer und das Brutgebiet hinter mir lassen…

Der Weg durch das Vogelschutzgebiet wurde von Schritt zu Schritt schlimmer. Der Sandweg war durchgelatscht und mehrmals kam ich ins Straucheln.
Einer der Helfer baute hinter uns alle Schilder und Fahnen ab und fuhr diese an uns vorbei um am nächsten Wegpunkt auf uns zu warten.
Kaum kamen wir dort an war die Fahne auch schon verpackt. Alles wartete auf und uns das Pärchen hinter uns.

Vom Strand führe uns der Weg durch das Dünengebiet in Richtung Hollum. Ringsum war nichts anderes zu sehen als Dünen und Büsche, vom Ort keine Spur. Dieser eine Kilometer durch die Dünen war für mich der schlimmste Part der ganzen Route – er wollte und wollte einfach nicht enden.

Zwischendurch fuhr der Helfer, der die Wegpfeile einsammelte von hinten an uns vorbei und motivierte uns noch einmal mit einem Daumen nach oben.

Kasi lief mit Tunnelblick nur noch gerade aus, ich guckte mich immer wieder um, ob Laura noch hinter mir war. Sichtlich mitgenommen, aber ja, sie war immer noch da und lief immer weiter.

Irgendwann ging es eine große Düne hinauf und dahinter war endlich Hollum zu sehen. Unten stand dann das Schild „noch 2km bis zum Ziel“…
Laura war sich sicher, dass sie die 2km nicht mehr packen würde. Ich war selbst so fix und alle, dass ich keinen motivierenden Spruch mehr auf Lager hatte.

Vor uns lag der endlos lange und schnurgerade Jan Roepespad und je länger wir dort lang gingen, desto lauter wurde die Niederländische Volksmusik, die uns entgegenschlug.
Dann kam uns ein älteres Pärchen mit roten Rosen in den Armen entgegen, die sie uns überreichten. Nur noch ein Kilometer lag vor uns.

Der Oranjeweg kam in Sicht. Am Fußgängerüberweg standen viele Helfer die uns noch einmal anfeuerten und uns bereits gratulierten.
Schließlich bogen wir Richtung Zwaneplein ab und ließen das Schild „noch 100m bis zum Ziel“ hinter uns. Der Moderator brüllte ein „Da hinten kommt die letzte Gruppe der 25km Runde…“ in sein Mikrofon und unter Applaus schleppten wir uns um kurz nach 17 Uhr über die Ziellinie.

Mit wackeligen Beinen und Pipi in den Augen holten wir uns den letzten Stempel und erhielten einen Wimpel und einen Nobeltje. Kurz nach uns kam auch das letzte Paar der 50km Runde in Hollum an.

Wir sind zwar als letzte Gruppe der 25km ins Ziel gekommen… aber wir sind angekommen! 🙂

Der Tag danach

Am Sonntag war Tag der Abreise.
Wir alle spürten jeden einzelnen Knochen und jede Muskelfaser unterhalb der Taille. Ich hatte einen so dermaßen starken Muskelkater, dass es mir kaum möglich war mich zu bewegen. Mehrmals verspürte ich den Wunsch einer Omi ihren Rollator zu klauen.
Die Fähre war erst für 16:30 Uhr reserviert und so hatten wir noch einen ganzen Tag auf der Insel. Das Wetter meinte es besonders gut mit uns. Wir hatten strahlend blauen Himmel und angenehme 25°C.

Wir frühstückten im Standpavillon t’Strandhuys, dann fuhren wir nach Nes. Da wir alle nicht wirklich gut zu Fuß waren, fiel unser Spaziergang durch den Ort relativ kurz aus.
Das Wetter schrie förmlich nach einem Tag am Strand und deswegen fuhren wir zum Strand von Nes.
Dort setzen wir uns in den Sand und dösten ein wenig in der Sonne.
Irgendwann setzte der Hunger ein und so machten wir uns auf den Weg in die Snackbar „De Bakkerij“ in Buren. Wir bestellten Presspommes und Krokette Speciaal.
Anschließend war es Zeit sich auf den Weg zum Fähranleger zu machen.

 

 

 

 

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