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CSD Berlin 2019

27. Juli 2019

Hätte mir vor zwei Wochen jemand erzählt: „Am Samstag bist du mit Kasi in Berlin auf dem CSD und fährst mit 2K Germany auf nem Borderlands LKW in der Parade mit.“, dann hätte ich mich wohl gefragt, ob derjenige noch alle Latten am Zaun hat. 😀
Und dann war es genau so!

Wie kam es dazu?

Am 18. Juli postete Borderlands Germany auf Facebook ein Gewinnspiel. Kurzerhand machte ich mit, denn bei sowas gewinnt man ja sowieso nie und trotzdem macht man jedes Mal aufs Neue mit. 😀

Am 21. auf dem Rückweg von der Arbeit schaute ich im Zug auf mein Handy. Ich musste erst einmal schlucken und dann breit grinsen, denn ich hatte eine Nachricht von Borderlands Germany, dass ich gewonnen hab und Kasi und ich beim CSD in Berlin dabei sein dürfen.

Kurzerhand sagten wir natürlich zu und planten unseren Kurztrip in die Hauptstadt.
Zum Glück stand der Bulli gerade mit einigen neu verbauten Teilen und frischem TÜV in der Einfahrt und wartete quasi auf seine erste große Tour.

Wir wollten uns das Hotel sparen und schauten daher nach Campingplätzen und WoMo-Stellplätzen in und um Berlin. So ganz das passende fanden wir nicht. Wir entschieden uns stattdessen dazu auf einem P+R Parkplatz zu parken und im Bulli zu schlafen.

Berlin wir kommen!

Am Samstag klingelte der Wecker um 5 Uhr. Wir hatten noch nichts gepackt und wussten irgendwie auch nicht was wir nun wirklich mitnehmen wollten und was nicht.
Also flogen lediglich zwei Schlafsäcke, zwei Kissen, eine dicke Decke und Kosmetikzeugs ins Auto und dann ging es auch schon los.

Ziel war der P+R Platz am S- und U-Bahnhof Jungfernheide in Berlin Charlottenburg. Wir kamen super gut durch und bogen gegen halb 10 in unsere Zielstraße.

Natürlich war der Parkplatz komplett belegt. Auf Googlemaps sah der irgendwie größer aus. Schnell war klar, was da als Parkfläche markiert war, ist in Wirklichkeit ein abgeschlossener Firmenparkplatz.
Wir fanden dennoch sehr schnell einen Parkplatz direkt an der Straße.

Da wir keine Zeit verlieren wollten gingen wir direkt zur U-Bahn, zogen unser Ticket und fuhren bis zum U-Bahnhof Adenauerplatz.
Treppe rauf und schon waren wir mitten in Berlin auf dem Ku’damm.
Vom CSD war dort noch nichts zu sehen, also gingen wir langsam Richtung Joachimsthaler Straße. Dort sollte die Parade starten und dort in der Nähe würden wir unseren Wagen wohl finden.
Je weiter wir gingen, desto bunter wurde es. Man sah immer mehr Menschen mit Regenbogenfahnen und in den schönsten Glitzerklamotten.

Und ganz unverhofft standen wir vor unserem Wagen.

Auf ins Chaos des CSD

Er stand Ku’damm Ecke Fasanenstraße.
Es war erst halb 11, also hatten wir noch gut eine Stunde Zeit bis wir auf dem Wagen sein mussten. Wir bummelten noch ein wenig weiter bis wir uns dazu entschieden schon einmal am Wagen zu warten und zu gucken wer unsere Mitfahrer sind.

Um kurz nach 11 entdeckte ich einen absolut fantastischen Handsome Jack. Wir stellten uns vor und quatschten uns ein wenig fest.
Wir sprachen natürlich über Borderlands und den kommenden dritten Teil. Über Cosplay. Darüber das geplante Sachen häufig nicht klappen. Über die Deutsche Bahn. Über das Wetter…
So lernten wir Ika aka. letsgoinsane kennen.
Sie erzählte uns, dass sie seit gut einem Jahr Borderlands Charaktere cosplayt (schreibt man das so?). Unter anderem verkörpert sie Jack, Janey Springs und Amara.

Kurz darauf traf auch Caly aka Calisto.c aka Farbenfuchs in einem perfekten Maya Cosplay am Wagen ein.
Weitere Gamer und Nicht-Gamer sammelten sich und endlich ging es gegen zwanzig vor Zwölf auf den Wagen. Für Getränke (Sekt, Bier, Wasser) war gesorgt und es standen hunderte rote Rosen bereit, die in die Mengen geworfen werden wollten.
Dann warteten wir auf den Startschuss…

Die Kunst des Wartens

…und wir warteten. Und wir warteten. Uuuund wir warteten.

Nach und nach wurde es immer leerer auf dem Wagen. Die ersten gingen tatsächlich wieder, weil es einfach nicht los gehen wollte.
Andere kamen wieder und feierten weiter…
Denn gefeiert, getanzt und gesungen haben wir die ganze Zeit – wenn auch in einer stehenden Parade 😀
Um uns herum dröhnten die Bässe, ein Wagen lauter als der andere und ich bin mir sicher, alle bei uns waren froh, dass der DJ noch nicht losgelegt hatte.

Um 15 Uhr bewegte sich unser Wagen das erste mal ein paar Meter. Dann ging es aber langsam und gemächlich los. Und auch der DJ an Bord fing an mächtig Randale zu machen.
Allerdings mit ziemlich langweiligen und flachem Dancemix.
Ich hätte mir ja eigentlich ein wenig Ingame-Musik gewünscht – auch wenns nicht unbedingt zum CSD gepasst hätte, hätte es zum Branding des LKW gepasst.

In der Parade

Es war einfach großartig. Die Menge in der Parade feierte. Die Zuschauer am Rande der Parade feierten. Es wurde Konfetti, Komdome, Kaugummis, Werbezeugs und so viel mehr geworfen.
Natürlich fanden auch unsere Rosen neue Besitzer.

Auf dem Wagen selbst ging eine wahnsinns Party ab; der Sekt und das Bier floss in Strömen. Es wurde getanzt, gesungen, geknutscht, geschmust <3
Ich empfehle jedem der halbwegs feierfest ist und mal die Möglichkeit bekommt, diese wahrzunehmen. Es lohnt sich wirklich!

Irgendwann dröhnten mir die Ohren und zu allem Überfluss wurde ich von einem meiner Mitfahrer, der nicht mehr wirklich allein stehen konnte, umgerissen und hämmerte mit dem Arm gegen eine der metallenen Querverstrebungen. Nun dröhte auch mein Arm.
Alles Tanzen und Feiern brachte nichts mehr, meine Stimmung sank, mir tat alles weh, meine Migräne meldete sich, ich mochte nicht mehr.

Mit dem Handy schaute ich nach unserem aktuellen Standort um dann festzustellen, dass wir den Ku’damm quasi gerade erst hinter uns gelassen hatten. Gefühlt waren wir schon Stunden unterwegs, in echt waren es erst zwei.
Ich zeigte Kasi unseren Standort und wir beide waren uns einig, dass wir nicht bis zum Ende mitfahren würden. Also stiegen wir bei nächster Gelegenheit aus und machten uns zu Fuß auf den Weg durch Berlin.

Kaum zwei Straßen weiter, war vom CSD nichts mehr zu sehen und zu hören. Selbst die Straßen, auf denen eben noch Berge von Konfetti, Glitzer und Müll lagen waren bereits wieder sauber und wurden befahren. Als Kind vom Dorf war ich absolut beeindruckt.

Wirklich weit sind wir also nicht mitgefahren, gerade einmal 1,5km. 
Aber nach gut 6 Stunden auf dem Wagen war bei uns einfach die Luft raus.
Wir suchten uns was zu essen und schlenderten noch ein wenig durch Berlins Zentrum, dann machten wir uns auf den Rückweg Richtung Ku’damm, denn von dort kamen wir am einfachsten wieder zurück zum Bulli. 

Dort angekommen richteten wir erstmal unser Bett ein und nutzen die Ruhe der Seitenstraße um ein wenig runter zu kommen und zu entspannen. Gar nicht so viel später wurden wir beide von der Müdigkeit übermannt und schliefen einfach ein. Dabei war es noch gar nicht so spät – die Sonne war noch nicht einmal untergegangen…

Am nächsten Morgen wachten wir dementsprechend früh auf und starteten direkt nach einem kurzen Spaziergang durch Charlottenburg unseren Rückweg nach Hause, wo wir gegen Mittag ankamen.

Alles in Allem:

  • Berlin, wir kommen gerne wieder
  • Der CSD ist fantstisch, auf einem der Paradewagen müssten wir beide nicht noch einmal dabei sein.
  • Für Berliner ist es scheinbar absolut normal, dass zwei schlaftrunkene Menschen aus ihrem Auto klettern und sich mitten auf dem Gehweg die Zähne putzen. Da wird einem nur ein „Tach och“ zugerufen… Ich bin mir sicher bei uns in der Kleinstadt, hätte irgendein Anwohner schon die Polizei gerufen. 😀

 

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